4. Anstandsbretter
Obwohl bestimmte Modetrends in der viktorianischen Ära durchaus gewagt waren, war Bescheidenheit, insbesondere bei Frauen, oberstes Gebot. Das Enthüllen von nackter Haut galt als striktes Tabu, selbst für den scheinbar unschuldigen Knöchel, der als der saftigste Teil des weiblichen Körpers angesehen wurde. Um derartige modische Verstöße zu unterbinden, wurde das „Anstandsbrett“ in der viktorianischen Gesellschaft eingeführt.
Diese Bretter wurden auf den Boden gestellt oder befestigt, um sicherzustellen, dass die Knöchel einer Frau beim Sitzen nicht versehentlich enthüllt wurden. Ein Gentleman durfte auf keinen Fall einen Blick auf diese als sinnlich betrachteten kleinen Knochen erhaschen. Die Vorstellung, dass dies passieren könnte, hätte in der Teestube Entsetzen ausgelöst und überall wäre heißer Tee verschüttet worden.