Schweigen ist Gold: Xatar und das Rätsel, das bleibt

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Der Tod von Xatar hat weit über die Musikszene hinaus Bestürzung ausgelöst. Als Rapper, Produzent und Unternehmer prägte er die Deutschrap-Landschaft über ein Jahrzehnt lang. Doch hinter der öffentlichen Figur verbarg sich ein Mensch mit einer der ungewöhnlichsten Lebensgeschichten des Genres.

Vom Knast bis zum Kino, vom Straßenleben zum Kultstatus – Xatars Weg war alles andere als gewöhnlich. Fans feiern ihn für seine Musik, Wegbegleiter erinnern sich an seine Loyalität und Geschäftssinn. Mit seinem plötzlichen Tod am 8. Mai 2025 endet ein Kapitel – doch es bleiben viele offene Fragen. Eine davon überdauerte sogar sein ganzes Leben.

1. Der Aufstieg eines Außenseiters

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Giwar Hajabi, so Xatars bürgerlicher Name, wurde im Iran geboren und kam als Kind nach Deutschland. Seine Jugend war geprägt von Armut, Ausgrenzung und frühen Straftaten. Dennoch zeigte er schon früh unternehmerisches Geschick und musikalisches Talent. Er gründete das Label „Alles oder Nix Records“ und schuf eine Plattform für authentischen Straßenrap.

Mit seiner Mischung aus Härte, Tiefgang und Ironie traf er einen Nerv. Xatar wurde zur Stimme vieler, die sich in der Mehrheitsgesellschaft nie repräsentiert sahen. Seine Biografie machte ihn zu einer Projektionsfläche – für Bewunderung und Kritik zugleich. Doch das war nur der Anfang einer vielschichtigen Legende. Was ihn wirklich unvergesslich macht, zeigt sich vor allem in seiner zweiten Karriere.

2. Vom Knast zur Kultfigur

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Nach seiner Inhaftierung startete Xatar ein Comeback, das heute als eines der bemerkenswertesten im Deutschrap gilt. Nach seiner Entlassung 2014 veröffentlichte er erfolgreiche Alben, drehte Filme und baute ein kleines Business-Imperium auf. Ob Musik, Gastronomie oder Streaming – Xatar zeigte, wie vielseitig er war. Doch trotz seines Erfolgs ließ ihn die Vergangenheit nie ganz los.

Interviews, Dokus und Social-Media-Auftritte waren stets durchzogen von Anspielungen auf frühere Zeiten. Die Grenze zwischen Inszenierung und Realität verschwamm. Fans feierten ihn dafür, Kritiker zweifelten an seiner Reue. Doch ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben – eines, das bis heute nicht gelöst ist. Und genau hier beginnt das eigentliche Rätsel, das ihn überlebt.

3. Der Goldraub von 2009: Ein spektakulärer Fall

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2009 sorgte Xatar für Schlagzeilen: Gemeinsam mit Komplizen überfiel er einen Goldtransporter in Ludwigsburg. Verkleidet als Polizisten, erbeuteten sie Schmuck und Zahngold im Wert von rund 1,8 Millionen Euro. Der Raub war perfekt geplant – doch die Bande wurde später gefasst. Xatar wurde im Irak verhaftet, nach Deutschland ausgeliefert und verurteilt.

Doch das Gold blieb verschwunden. Trotz jahrelanger Haft gab er nie den Aufenthaltsort der Beute preis. Damit wurde der Fall zum Stoff für Legenden, Serienideen und Raptexte. Viele fragten sich: Wo ist das Gold? Xatars Schweigen machte das Verbrechen unvergessen – doch es war nicht das einzige, was Fragen aufwarf.

4. Ein Schweigen, das Fragen aufwirft

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Weder vor Gericht noch in Interviews gab Xatar Hinweise auf den Verbleib der Beute. In seiner Autobiografie „Alles oder Nix“ spielte er mit Andeutungen, ohne je Klartext zu sprechen. Selbst unter der Folter im Iran, wie er selbst sagte, habe er nie ausgesagt. War das Schweigen ein Mythos – oder Realität?

Viele vermuten, dass er es genoss, die Kontrolle über das Narrativ zu behalten. Sein vielsagendes Lächeln bei „Stern TV“ ist legendär. Er wusste: Solange das Gold nicht gefunden ist, bleibt sein Name in aller Munde. Doch wie gelang es ihm, dieses Schweigen so geschickt aufrechtzuerhalten?

5. Medien, Mythen und Marketing

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Xatar verstand es wie kaum ein anderer, öffentliches Interesse zu lenken. Durch gezielte Inszenierungen – etwa eine Verlosung von 100-Gramm-Goldbarren – hielt er das Rätsel am Leben. Seine Aussagen waren nie eindeutig, aber immer wirkungsvoll. Mit dem Film „Rheingold“ brachte er seine Geschichte ins Kino und machte sich damit selbst zur Legende.

Der Titel war ein doppeltes Spiel: auf seine Vergangenheit – und auf das unentdeckte Gold. Jeder Hinweis, jede Anspielung wirkte wie ein neuer Mosaikstein. Die Wahrheit blieb verborgen. Doch Xatar verstand nicht nur das Spiel – er beherrschte es. Und er wusste, wie sehr es seine Karriere prägte.

6. Das Gold als Symbol: Kontrolle bis zuletzt

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Was als Verbrechen begann, wurde zu einem Teil von Xatars Markenkern. Das Gold war mehr als nur Beute – es wurde zum Symbol seiner Autonomie, Stärke und Undurchschaubarkeit. Bis zu seinem Tod nahm er das Wissen, sofern es eines gab, mit sich. „Schweigen ist Gold“, sagte er – und meinte es wohl wörtlich.

Dieses Schweigen verlieh ihm eine Aura, die ihn sogar in der Musikszene herausstechen ließ. Für viele war das verschwundene Gold eine Art moderner Schatzmythos. Doch nun, da Xatar gegangen ist, bleibt vor allem eine Frage offen: Wird das Geheimnis je gelöst werden?

7. Ein Vermächtnis in Schweigen gehüllt

Bild: IMAGO / Panama Pictures

Mit dem Tod von Xatar endet ein Kapitel Deutschrap-Geschichte – doch sein Einfluss wird bleiben. Nicht nur wegen seiner Musik, sondern auch wegen der Fragen, die er unbeantwortet ließ. Das verschwundene Gold ist dabei mehr als nur ein Kriminalfall. Es ist ein Teil der Legende, die Xatar selbst geschaffen und gepflegt hat.

Ob er das Versteck kannte oder nicht, wird vielleicht nie geklärt. Doch gerade dieses offene Ende macht ihn für viele unvergesslich. In einer Zeit, in der alles sofort erklärt werden muss, bleibt sein größtes Geheimnis im Schatten.

Und damit hat Xatar etwas geschafft, was nur wenige können: Er bleibt – auch ohne Worte – Gesprächsstoff.

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Das Herz eines Blauwals schlägt etwa 6 Mal pro Minute, wenn er taucht, und bis zu 20 Mal pro Minute, wenn er an der Oberfläche ist. Dieses riesige Herz, das bis zu 600 Kilogramm wiegen kann, muss große Mengen Blut durch den gigantischen Körper des Wals pumpen. Die langsamen Herzschläge sind ein Teil der Anpassungen, die Blauwale entwickelt haben, um in den Tiefen des Ozeans zu überleben.