18 verblüffende Wahrheiten über die „Hells Angels“

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Früher, als die Klubgeschichte entstanden ist, sind die ersten „Chapter“ bzw. „Charter“ nach und nach in Kalifornien gelandet. Laut Ralph „Sonny“ Barger, dem Gründer des Ablegers in Oakland, waren die ersten diejenigen, die in San Francisco, Oakland, Gardena und Fontana und in ein paar weiteren weniger bekannten Gegenden bekannt waren.

Damals kümmerte sich jedes Chapter nur um sich selbst und wussten wenig über andere Gruppen. In den 1950er-Jahren kamen die Gruppen schließlich in Kontakt miteinander. Sie vereinigten sich zu einer Großorganisation mit festen Codes und vor allem waren die Regeln wichtig. In den 1960er-Jahren wurden sie jedoch bald recht rasant zum Inbegriff der „Gegenkultur“.

1. Die Hells Angels waren ein Grundstein der Gegenkultur

In den 1960er-Jahren wurden die sogenannten „Höllenengel“ ein bedeutender Teil der Alternativkultur. Sie waren sehr präsent im Bezirk Haight Ashbury in San Francisco. Sie waren regelmäßige Besucher und Gäste der dortigen Musikevents und gesellschaftlichen Ereignisse.

Hunderte von Mitgliedern standen in einer engen Verbindung zu den führenden musikalischen Köpfen der Gegenkultur wie zum Beispiel dem Autor Allen Ginsberg, Jerry Garcia von den Grateful Dead, dem Schriftsteller Ken Kesey, der LSD-Kommune Merry Pranksters und sogar den Rolling Stones – und ob Ihr es glaubt oder nicht, die Hells Angels wollen keinen schlechten Ruf.

2. Sie wollen keinen schlechten Ruf

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Die Hells Angels, genau wie ein paar andere Motorradklubs, nennen sich selbst einen „Ein-Prozenter-Rocker-Klub“. Der Ausdruck ist ein gut 50 Jahre alter Titel, der sich von dem alten Spruch ableitet, dass ein Prozent Unruhestifter für den schlechten Ruf von 99 Prozent aller Motorradfahrer und Rocker verantwortlich sind.

Der Name wurde vor allem ausgesucht, um sich von den vielen negativen Vorurteilen, die gegenüber Biker Clubs im Generellen und den Hells Angels im Speziellen in der Bevölkerung und Öffentlichkeit herrschen, zu distanzieren. Trotzdem wurde eine Menge Mitglieder für eine Menge Straftaten von Drogenhandel bis Mord verurteilt. Der Klub wuchs schnell und ist nicht nur in den Vereinigten Staaten verbreitet …

3. Internationales Wachstum

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Zunächst waren die Hells Angels ein rein auf Kalifornien beschränkter Klub, doch ab 1961 breiteten sie sich international aus. In diesem Jahr wurde mit dem Chapter Auckland in Neuseeland der erste nicht-amerikanische Klub gegründet. Das öffnete die Tore und der Klub fing an, sich weltweit auszubreiten.

1969 wurde der erste europäische Klub in London ins Leben gerufen. Heutzutage gibt es alleine in Europa über 275 Chapter. Seit den 1970er-Jahren bis heute wurden Klubs in Australien, Brasilien, Südafrika, Osteuropa und an vielen weiteren Orten gegründet. Neue Gebiete stehen zurzeit unter Beobachtung. Aber was bedeutet es wirklich, ein Hells Angel zu sein? Werfen wir einen genaueren Blick darauf.

4. Kleidung und Abzeichen der Hells Angels

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Die Hells Angels haben eine ziemliche offene Art, Leuten zu zeigen, wofür sie stehen. Man sieht sie immer in einer Leder- oder Jeansjacke. Auf der Kutte tragen sie Aufnäher, zum Beispiel den Schriftzug des Logos der Hells Angels und den Namen ihres Klubs.

Wenn sie Vollmitglieder sind, tragen sie das rot-weiße Logo „Todeskopf“, die Abkürzung HAMC (Hells Angels Motorcycle Club) und meist die Nummer 81. 81 steht für die Buchstaben H und A an achter und erster Stelle des Alphabets. Mit der Zeit kann ein Mitglied weitere Abzeichen bekommen und verdienen. Hast Du das Zeug zum Hells Angel? Jetzt erfährst du, was die Voraussetzungen sind

5. Ein Hells Angel werden

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Ein vollständig akzeptiertes Mitglied des „Hells Angels Motorcycle Club“ zu werden, ist in der Tat keine leichte Aufgabe. Es ist ein sehr langer Weg, der bis zu mehreren Jahren andauern kann, wenn du es überhaupt so weit schaffst.

Grundsätzlich benötigst du natürlich einen gültigen Motorradführerschein und ein Motorrad der Marke „Harley Davidson „. Du brauchst mehr als 750 Kubikzentimeter Hubraum darin. Darüber hinaus musst du über eine zum Klub passende Persönlichkeit verfügen. Du darfst niemals wegen Kindesmissbrauch beschuldigt worden sein. Auch darfst du dich in deinem bisherigen Leben niemals als Polizist oder Gefängniswärter beworben haben.

6. Der „Hang-Around“ (Abhänger) ist die erste Stufe der Mitgliedschaft

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Nachdem jemand vom jeweiligen Ableger als generell berechtigt eingeschätzt wurde, kann er als ein potenziell zukünftiges Mitglied zum Hang-around werden, d.h., dass er mit den Hells Angels abhängen darf. Das ist die erste Stufe. Der Kandidat kann zu den Klubveranstaltungen eingeladen werden und Mitglieder des Klubs bei öffentlichen Treffen kennenlernen.

Als Hang-around erhältst du die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und einen Eindruck davon zu erlangen, was es bedeutet, ein Leben als Mitglied der Hells Angels zu führen. Jetzt kommen wir zu den bekannten Aufnähern auf den Jacken. Vielleicht möchtest du von den Typen, die solche tragen, dann doch lieber weit weg …

7. Im Anschluss werden sie zum „Prospect“ (Anwärter)

Nach gewisser Zeit und wenn der Hang-around noch interessiert ist, wird er gefragt, ob er Partner werden möchte. Während dieser Phase verbringt er weitere Jahre damit, Veranstaltungen zu besuchen, Zeit mit Klubmitgliedern zu verbringen und seinen potenziellen Wert für den Klub zu beweisen. Nach einer nicht festgelegten Dauer kann er zum „Prospect“ aufsteigen.

Obwohl Anwärter an internen Treffen teilnehmen dürfen, dürfen sie nicht bei Entscheidungen mit abstimmen. Die Vollmitglieder testen die Prospects, ob diese als ebenso vollwertige Mitglieder in den Klub aufgenommen werden können. Prospects dürfen eine Lederjacke mit Aufnäher zur Region ihres Klubs tragen. Die Hells Angels handeln nach dem Einstimmigkeitsprinzip.

8. Um Vollmitglied zu werden, bedarf es eines einstimmigen Beschlusses

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Der letzte Schritt im Prozess ist es, zum Vollmitglied gewählt zu werden. Damit dies geschieht, muss der Anwärter einstimmig vom Rest des Klubs abgesegnet werden. Daher besucht der „Prospect“ vor der Wahl üblicherweise alle umliegenden Klubs, um sich vorzustellen und seine unbedingte Hingabe zu zeigen. Schon etwas skurril.

Nachdem er von seinem Klub einstimmig gewählt wurde, erhält er in einer Aufnahmezeremonie den oberen Hells Angels- und den Todeskopf-Aufnäher mit Flügeln. Der erfolgreiche Aufnahmeakt eines Vollmitglieds wird „getting patched“ genannt. Das steht fest, wenn man diese Aufnäher trägt, kann man stolz sein, den Prozess hinter sich zu lassen.

9. Hunter S. Thompson und die Hells Angels

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Der als Begründer des „Gonzojournalismus“ geltende Autor Hunter S. Thompson begann seine Karriere im Grunde genommen mithilfe der Hells Angels. Für seinen 1966 erschienenen Roman „Hells Angels“, lebte und verbrachte er ein ganzes Jahr mit dem Klub. In dem Buch, das er über seine Erfahrungen mit der Gang schrieb, ist auch von Gewalttaten die Rede, die von Mitgliedern verübt worden sein sollen.

Das Buch wurde ein großer Erfolg, doch der Autor hatte einen ernsten Vorfall mit dem Klub. Thompson versuchte, einen Mann davon abzuhalten, dessen Frau zu prügeln und kassierte dafür an ihrer Stelle ordentlich Prügel. Außerdem beschuldigte ihn der Biker-Klub, sich auf dessen Kosten bereichert zu haben und forderte dafür einen finanziellen Anteil. Trotz guter Verkaufszahlen gab Thompson nie etwas ab. Das nächste Beispiel illustriert die wahre Natur einiger Hells Angels.

10. Der Zwischenfall auf dem Konzert in Altamont

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Bei einem Konzert auf einer Rennstrecke in Altamont (Kalifornien) im Jahre 1969 wurden die Hells Angels als Security angeheuert. Das geht also auch? Offensichtlich hielt es ein Verantwortlicher für sinnvoll, eine Rockergruppe zu engagieren. Obwohl immer noch darüber gestritten wird, wer den Klub engagiert hat, herrschte unter den Bands und den Besuchern Einigkeit, dass dies wirklich keine gute Idee war.

Sie setzten angeblich körperliche Gewalt gegen Konzertgäste ein. Es kam es zu einer ernsteren Situation. Ein gewisser Konzertgast zog unter Einfluss von Substanzen vor der Bühne eine Waffe. Daraufhin wurde er wohl sofort von den Klubmitgliedern gewaltsam angegriffen.

11. Interner Zusammenstoß beim Lennoxville-Massaker in Kanada

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Manche Ableger der Hells Angels können sich gegenseitig nicht so gut leiden. So wurden 1985 fünf Teilnehmer des Klubs aus Laval, Kanada, im Stadtteil Lennoxville in Quebec von mehr als 12 anderen Klubmitgliedern aus Montreal, Nova Scotia und Quebec kaltblütig ermordet.

Die Opfer wurden für anrüchige Mitglieder gehalten. Weshalb man sie in das Klubquartier in Lennoxville einlud, wo sie geschlagen, erschossen und danach in den St. Lawrence River geschmissen wurden. Fünf der Mitglieder, die an der Tat beteiligt waren, erhielten lebenslange Haftstrafen, aber kamen bis 2013 alle frei. Der Vorfall ist als das Massaker von Lennoxville bekannt.
Welche realen Hells Angels bei der TV-Serie Sons Of Anarchy mitwirkten, zeigen wir dir jetzt.

12. Die Fernsehserie Sons Of Anarchy ist dem Klub nachempfunden

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Mit Chuck Zito, David LaBrava sowie Rusty Coones und Sonny Barger spielen sogar richtige Hells Angels mit. LaBrava wurde von Serienchef Kurt Sutter darüber hinaus als Berater engagiert, um eine möglichst realistische Darstellung eines Motorradklubs zu erreichen. Außerdem spielte David LaBrava, der auch als Tätowierer arbeitet, den Charakter „Happy“, der während der gesamten Serie eine tragende Rolle einnimmt.

Die von Kurt Sutter geschriebene fiktive TV-Serie Sons of Anarchy greift bei ihren Handlungssträngen und Ereignissen teilweise auf tatsächliche Vorkommnissen aus der langen und bewegten Geschichte des Klubs zurück.

13. Sonny Barger ist eine lebende Legende der Hells Angels

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Sonny Barger wurde zu einem der bekanntesten Gesichter der Hells Angels. Obwohl jeder Klub seinen eigenen Präsidenten hat und nahezu selbstständig handelt, ist das der Mann, den alle kennen und wertschätzen. Er ist Präsident und Gründungsmitglied des Klubs in Oakland.

Mit 80 Jahren fährt er noch immer Motorrad, ist am längsten dabei und blieb die meiste Zeit außerhalb der Gefängnismauern. 1988 musste er allerdings vier Jahre hinter Gitter, weil er versuchte, das Klubhaus von Rivalen in die Luft zu jagen, aber sonst war er kaum auffällig. Aufgrund seines Rufs war Barger häufig Gast in Filmen und Talkshows und ist viele Bücher wurden bereits über sein Leben und den Klub geschrieben.

14. Klagen einzureichen ist dem Klub alles andere als fremd

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2010 verklagten sie Alexander McQueen für die Verwendung des Totenkopfes sowie das Bekleidungsgeschäft „Saks Fifth Avenue“ in New York und Zappos.com für den Verkauf eines Rings mit dem Symbol. 2012 folgte eine Klage gegen Toys R Us wegen ebenso bedruckter Jo-Jos. Das sind nur einige der vielen Klagen, die der Klub einreichte, weil er seine Marke so ernst nimmt.

Da die Hells Angels sich von einem Klub von Motorradfreunden zu einem internationalen Unternehmen entwickelt haben, waren sie schon oft in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. 2007 verklagten die Hells Angels den Unterhaltungskonzern Disney, weil dieser deren Logo ohne Erlaubnis im Film „Born to be Wild – Saumäßig unterwegs“ genutzt hatte.

15. George Christie, Präsident des Chapters Ventura

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George Christie ist der ehemalige Präsident des Klubs in Ventura, Kalifornien. Während seiner aktiven Zeit war er einer der am längsten im Amt gewesenen Präsidenten der Klubgeschichte. Er schied 2001 unter einigen Gerüchten und Verdächtigungen aus. Es wurde behauptet, dass er mit der Polizei kooperiert hatte und deshalb den Klub verlassen musste.

2013 wurde er jedoch in Verbindung mit einem Brandanschlag sowie der Erpressung eines Tattooshops in Ventura zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Danach wirkte er bei der TV-Serie Outlaw Chronicles des Fernsehsenders History Channel mit und wird voraussichtlich ein eigenes Buch veröffentlichen.

16. Auf der Messe als Höllenengel unerwünscht

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Dem Hells-Angels-Anführer George Christie Junior wurde im Jahr 2003 der Zutritt zur Landwirtschaftsmesse in Ventura verweigert. Das war allerdings nicht das erste Mal, denn schon im Jahre 2002 erlaubte man ihm nicht den Zutritt. Es war eine offizielle Anordnung wegen des Verbotes von Gang-Kleidung und Tätowierungen.

„Es ist einerseits eine verfassungsrechtliche Angelegenheit, aber es geht weit darüber hinaus“, sagte Christie. „Das ist nichts, was ich auf die leichte Schulter nehme oder nur an den Wochenenden mache. Ich bin 24 Stunden am Tag ein Hells Angel. Ich habe dieser Sache mein Leben gewidmet und es ist für mich gleichbedeutend mit jeglicher Religion.“

17. Sie bekommen ihrer Meinung nach keinen Respekt

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Die Hells Angels sehen sich als gänzlich rechtschaffene Bürger und verlangen, dass ein Motorradklub nicht mit einer Gang verwechselt werden sollte. Christie betont diesen Anspruch häufig, indem er auf eine richterliche Entscheidung von 2002 verweist, die keinerlei Beweise dafür finden konnte, dass es sich bei der Gruppe um eine Straßengang handelt.

Obwohl er zwei Jahre in Folge und wiederholt nicht eingelassen wurde, erließen die hierfür zuständigen Stellen der Messe die Anordnung, dass George Christie und der Rest seiner Angels herein dürften, solange sie keine Klubkleidung tragen. Schnell beklagte sich der Klub im Anschluss daran lautstark über Diskriminierung.

18. Frauen, die mit den Hells Angels fahren und leben

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Manche Frauen sind von dem rebellischen und furchterregenden Lebensstil der Hells Angels fasziniert. Während der gesamten Klubgeschichte haben sich zahlreiche Frauen ihnen bereitwillig angeschlossen, sind bei ihnen mitgefahren und haben auch vor Kameras posiert. Viele Frauen tragen auch Kutten mit Aufnähern, die zur Unterstützung von „81“ beitragen.

Die Frauen, die mit ihnen mitfahren, sind nicht nur Freundinnen und Kurzzeitbeziehungen. Auch viele Ehefrauen von Mitgliedern der Hells Angels fühlen sich von den Motorradklubs geradezu magisch angezogen. Die meisten Frauen bei den Hells Angels sind jedoch nur Mitfahrer auf den Motorrädern, selten sieht man sie selber eine Harley-Davidson lenken.